Steuererklärung für 2017: Tipps für Steuerzahler im Ruhestand

Rentner sind inzwischen ähnlich gestellt wie „normale“ Arbeitnehmer, wenn es um die Abgabe einer Steuererklärung und die Steuerpflicht geht. Dennoch gibt es einige Besonderheiten, die dafür sorgen, dass derzeit tatsächlich nur jeder vierte Rentner Steuern zahlen muss. Doch der Anteil wird in den nächsten Jahren größer werden.

Verantwortlich dafür ist die sogenannte „nachgelagerte Besteuerung“. Seit 2005 unterliegen Alterseinkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung und vergleichbaren Versicherungen der Einkommensteuer. Das war vorher nicht so. Allerdings gilt das für einen langen Übergangszeitraum bis 2040 nur schrittweise. Wer 2017 erstmals Rente bezogen hat, muss daher nur 74 Prozent seiner Bezüge versteuern. Für die Erst-Rentenbezieher in diesem Jahr sind schon 76 Prozent steuerpflichtig.

Wann eine Steuererklärung abzugeben ist

Die Steuerpflicht gilt aber nicht nur für Renteneinkünfte, sondern auch für alle anderen steuerpflichtigen Einkünfte. Das ist bei Rentnern nicht anders als bei jedem anderen Steuerpflichtigen. Das heißt: auch Rentner müssen zum Beispiel Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung oder aus Nebentätigkeiten deklarieren. Dabei dürfen Werbungskosten selbstverständlich abgezogen werden. Steuerpflichtig sind auch Kapitalerträge. Wegen der Abgeltungsteuer ist allerdings in vielen Fällen keine Deklarierung erforderlich. Die empfiehlt sich nur dann, wenn eine Günstigerprüfung durchgeführt werden soll, weil der persönliche Steuersatz niedriger ist als die Abgeltungsteuer.

Grundsätzlich muss eine Steuererklärung nur abgegeben werden, wenn steuerpflichtige Einkünfte erzielt werden, die über dem steuerlichen Grundfreibetrag liegen. Der beträgt für das Jahr 2017 8.820 Euro. Dieser Betrag bleibt grundsätzlich steuerfrei, hinzu kommt noch eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro, die ebenfalls nicht besteuert wird. Das heißt, bei einem unterstellten zu versteuernden Rentenanteil von 74 Prozent als „Erst-Rentner 2017“ würden erst Rentenbezüge ab 12.056 Euro zu einer Besteuerung führen, sofern keine anderen steuerpflichtigen Einkünfte erzielt werden. Bei Zusammenveranlagung von Ehepaaren verdoppeln sich die Beträge jeweils. Wer seine Steuererklärung selbst aufstellen will, sollte sich auf jeden Fall vorher sachkundig machen, denn Rentner haben nichts zu verschenken. Eine gute Info-Quelle gibt es hier im Haufe Shop zu erwerben.

Was ist zu beachten?

Bei der Steuererklärung ist für Rentner vor allem die Anlage R von Bedeutung. Hier sind die Renteneinkünfte einzutragen – nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch Renten aus anderen Versorgungseinrichtungen und privaten Rentenversicherungen. Inwieweit auch andere Anlagen relevant sind (Anlage V – Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Anlage KAP – Einkünfte aus Kapitalvermögen usw.), hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab.

Eine Erleichterung gibt es bei der diesjährigen Steuererklärung für alle Steuerpflichtigen. Belege müssen dem Finanzamt nur noch auf explizite Anforderung hin eingereicht werden. Dennoch sind sie zu sammeln und aufzuheben – mindestens ein Jahr lang nach Bestandskraft des Steuerbescheids. Die Steuererklärung für 2017 muss bis zum 31. Mai 2018 abgegeben werden, bei Aufstellung durch den Steuerberater bis zum 31. Dezember. Ab dem nächsten Jahr verlängern sich die Abgabefristen auf den 31. Juli bzw. 28. Februar.

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