Warum können beim Kredit nur die Zinsen abgesetzt werden?

Wer einen Kredit aufnimmt, fragt sich gerne mal, ob es da nicht steuerliche Vorteile gibt. Und ja, die gibt es tatsächlich. Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, kann der Steuerzahler seine Zinsen als Werbungskosten geltend machen und von der Steuer absetzen. Aber warum denn nicht den Kredit selbst, den man schließlich auch abbezahlen muss?

Voraussetzungen für steuerliche Absetzbarkeit

Kreditnebenkosten lassen sich nur dann von der Steuer absetzen, wenn die Investition, für die der Kredit aufgenommen wurde, zur Sicherung und Steigerung des privaten Einkommens geschieht. Das haben wir bereits in diesem Artikel genauer beleuchtet. Demnach könnte beispielsweise eine Immobilienfinanzierung abgesetzt werden, wenn man diese Immobilie mit dem Ziel kauft, Mieteinnahmen zu erzielen. Die Nebenkosten einer Finanzierung für ein Einfamilienhaus, in dem man selbst wohnen wird, ist steuerlich dagegen nicht relevant. In einem anderen Beispiel sind die Kosten für einen Autokredit absetzbar, wenn das Auto benötigt wird, um zur Arbeit zu fahren und wieder zurück. Wer das Auto dagegen nicht für den Arbeitsweg benutzt oder gar einen Zweitwagen kauft, kann die Kreditkosten wieder nicht absetzen.

Zinsabsetzungen wirken sich kaum aus

So dürfte also klar sein, in welcher Situation ein steuerlicher Abzug der Kreditnebenkosten erlaubt ist und in welchen nicht. Doch wenn man sich die Sache genau ansieht, wird man feststellen, dass der Steuerabzug der Kreditnebenkosten kaum ins Gewicht fallen wird. Seitdem die Europäische Zentralbank den Leitzins massiv gesenkt hat, sind Kredite so günstig wie noch nie. Das gilt für Immobilienkredite, für Autokredite, auch für normale Konsumkredite. Das zeigen Online-Kreditvergleiche, beispielsweise unter https://www.scorekompass.de/#!privatkredit. Dementsprechend lohnen sich die Zinsabsetzungen eigentlich nur noch dann, wenn es sich um sehr hohe Kreditsummen handelt hat und die Zinsen selbst mit niedrigen Prozentsätzen also entsprechend hoch ausfallen.

Worüber sich Kreditnehmer gerne ärgern

Gemäß des Falls, dass die Zinskosten für einen kleinen Kredit tatsächlich abgesetzt werden dürfen, fällt die Position also so niedrig aus, dass man sie eigentlich auch weglassen könnte. Viele Kreditnehmer ärgern sich an dieser Stelle, dass sie nur die Kreditnebenkosten absetzen dürfen, nicht aber die Raten, die sie ja auch bezahlen. Doch da liegt tatsächlich ein Trugschluss, der sich wacker hält. Man darf vielleicht nicht die Raten des Kredits absetzen, aber durchaus das, was von dem Kredit gekauft wurde. Abnutzbare Gegenstände werden sofort abgesetzt oder längerfristig abgeschrieben. Dafür gelten bestimmte Abschreibungsregeln und Fristen. Könnte man den Kredit zusätzlich mit abschreiben, hätte man die Ausgaben doppelt erfasst und den Staat betrogen.

Dabei wird deutlich, warum also nur die Zinsen eines Kredits steuerlich abgezogen werden. Ein Ärgernis dürfte das nicht sein, weil es nicht ungerecht zugeht. Man muss nur darauf achten, dass die betrieblichen Ausgaben an anderer Stelle entsprechend geltend gemacht werden.

 

Comments

  1. Sehr informativer und umfangreicher Beitrag! beste Grüße, Michael

  2. Knackiger und informativer Beitrag! Finde es super dass Ihr über solche Themen informiert. Ich kriege auch öfters solche Fragen gestellt deswegen finde ich es klasse dass solche Fragen schon online beantwortet werden! Weiter so! Liebe Grüße Michael Keulemann von der ASK Steuerberatung Hannover.

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