Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklärung 2016

Viele Arbeitnehmer schieben die Erstellung ihrer Einkommensteuererklärung immer weiter hinaus. So richtig gerne fertigt kaum jemand seine Steuererklärung an, obwohl meist sogar eine Steuererstattung winkt. Auch der Zeitpunkt, bis zu dem die Steuererklärung beim Finanzamt sein muss, ist vielen Steuerpflichtigen nicht genau bekannt.

In letzter Zeit war in der Presse zu lesen, dass sich die Fristen ohnehin verlängern würden. Die um zwei Monate verlängerte Frist besteht allerdings erstmalig für die Abgabe der Einkommensteuererklärung 2018. Also Vorsicht: für die Einkommensteuererklärung 2016 gilt noch die alte Regelung.

Einkommensteuererklärung 2016 wird selbst erstellt

Sofern Sie Ihre Einkommensteuererklärung 2016 selbst erstellen, müssen Sie diese grundsätzlich bis zum 31.05.2017 beim Finanzamt einreichen. Insoweit ist also jetzt durchaus Eile geboten. Aber was können Sie tun, wenn sie sich aus beruflichen Gründen im Ausland befinden, erkrankt sind oder noch immer wichtige Unterlagen fehlen oder unauffindbar sind und Sie diese neu beschaffen müssen?

Fristverlängerung für die Abgabe der Einkommensteuererklärung 2016

Sofern ernsthafte Gründe vorliegen, können Sie auch selbst unter Angabe dieser Gründe beim Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen. Ein formloses Schreiben reicht aus. In diesem sollten Sie die Gründe nennen und einen neuen, nicht zu großzügigen festgelegten Abgabetermin, möglichst nicht über den 30.09. hinaus, festlegen. Erfahrungsgemäß wird einem solchen Antrag stattgegeben. Denn Ende Mai geht infolge der ablaufenden Frist immer eine größere Anzahl von Einkommensteuererklärungen beim Finanzamt ein, die ohnehin nicht alle gleichzeitig bearbeitet werden können.

Vorteilhaft ist es auch, ausdrücklich um eine stillschweigende Fristverlängerung zu bitten. Denn das Finanzamt muss auf Ihr Schreiben dann nicht antworten, wenn es mit der Verlängerung einverstanden ist, was die Zustimmungsrate weiter erhöhen dürfte.

Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellt die Einkommensteuererklärung

Sie wollen Ihre Einkommensteuererklärung nicht selbst erstellen? Dann wäre es jetzt an der Zeit, sich an einen Steuerberater oder an einen Lohnsteuerhilfeverein zu wenden. Damit sind Sie vorerst entlastet, denn bei einer solchen steuerlichen Beratung verlängert sich die Abgabefrist sogar auf den 31.12. des laufenden Jahres. Der Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein wird von sich aus die steuerliche Vertretung beim Finanzamt anzeigen. Lohnsteuerhilfevereine sind meist günstiger als Steuerberater, dürfen aber nur begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG im Rahmen einer Mitgliedschaft beraten. Allerdings gilt für beide: der steuerliche Berater kann nicht alle Steuererklärungen ab Mitte Dezember anfertigen. Den Aufschub sollten Sie also rechtzeitig nutzen, um die erforderlichen Belege zusammenzusuchen bzw. zu beschaffen und einen Termin beim Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater zu vereinbaren.

Folgen einer verspäteten Abgabe der Einkommensteuererklärung

Sofern Sie auch diese Möglichkeit einer steuerlichen Beratung nicht nutzen, kann es allerdings ungemütlich werden. Zunächst sendet das Finanzamt zwar in der Regel ein freundliches Erinnerungsschreiben. Ignorieren Sie dieses, kommt dann eine weitere Aufforderung unter Androhung eines Zwangsgeldes. Weiter wird das Finanzamt Verspätungszuschläge festsetzen und einen Steuerbescheid erlassen, bei dem die Einkünfte geschätzt werden. Und diese Schätzung erfolgt nur im Ausnahmefall zugunsten des Steuerpflichtigen. Den festgesetzten Betrag müssen Sie dann zahlen, auch wenn er zu hoch festgesetzt wurde. Denn erst nach Eingang der Steuererklärung korrigiert das Finanzamt den Betrag und erstattet eine Differenz zurück. Spätestens dann lässt sich die Erstellung der Steuererklärung nicht mehr vermeiden.

Also: Lassen Sie es nicht darauf ankommen und kümmern Sie sich rechtzeitig um die Erfüllung Ihrer steuerlichen Pflichten.

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