Es geht drunter und drüber: Abgabe der Dissertation

Tja, die Abgabe der Diss. Das ist ein großer Meilenstein des Projektes Promotion. Man sieht, was noch alles zu tun ist und das Ganze scheint kein Ende zu finden. Im Gegensatz zu einer Masterarbeit hat man als Doktorand in der Regel keine Abgabefrist. Dies kann vorteilhaft sein, da man sich nicht unter Druck setzt. Allerdings besteht die Gefahr des dauernden Verschiebens.

Wichtig ist es, sich selbst Fristen zu setzen, ohne dabei zu sehr unter Druck zu geraten. Je nach Zeitmanagement und anderen Tätigkeiten wie beispielsweise der Job kann es am Ende trotzdem viel werden. Notfalls muss in der Woche der Abgabe auch einmal ein Treffen mit Freunden verschoben werden. Solange das nicht dauernd sein muss, werden die Freunde dies verstehen. Insbesondere externe Doktoranden haben oft die Schwierigkeit, zwischen ihrer Arbeit und der Promotion jonglieren zu müssen. Dies ist in der Tat nicht immer leicht. Allerdings hat es den Vorteil, dass man möglicherweise zielgerichteter an der Dissertation arbeitet.

Man wird die Arbeit immer noch verändern können. Allerdings besteht irgendwann die Gefahr einer Verschlimmbesserung. Die Arbeit muss nicht perfekt sein. Formatierungen und einzelne Sätze kann man immer ändern. Aber was bringt es? Das Ziel ist es doch, die Arbeit irgendwann abzugeben. Die Promotion ist schließlich ein Projekt und jedes Projekt hat ein Ende. Was auf jeden Fall auch in anstrengenden Arbeitsphasen hilft: Bewegung. Dadurch bekommt man den Kopf frei und kann (hoffentlich) abschalten.

Die gedruckte Arbeit endlich in den Händen zu halten: Das ist ein sehr schönes Gefühl. Allerdings braucht es etwas Zeit, bis man das auch wirklich realisiert. Unglaublich, dass dieses Buch so viel Zeit, Mühe und Energie gekostet hat die letzten Jahre.

Wenn die Arbeit dann abgegeben ist, bleibt Zeit, etwas Luft zu schnappen. Die Korrektur dauert in der Regel ein Weilchen. Nachdem man sich erholt hat, können die nächsten und letzten Schritte angegangen werden. Es stehen nicht nur die Disputation sowie die Veröffentlichung der Arbeit an, sondern auch die Frage, wie es danach weitergeht.

 

Wie haben Sie die Zeit kurz vor und kurz nach der Abgabe erlebt? Ich freue mich auf Kommentare.

 

Comments

  1. i
    Ich bin zwar noch nicht ganz so weit, aber habe fest vor, die Dissertation in diesem Jahr zu beenden. Meine Betreuerin legt sehr viel Wert darauf, dass die Arbeit- insbesondere der empirische Teil mit qualitativer Ausrichtung überzeugt- einfach weil dieses „Herzstück“ für alle Leser nachvollziehbar sein muss. Denn da es keine quantitativer Zugang ist, muss ich den „Qualitätsnachweis“ anders erbringen.

    Daraus folgt, dass ich verschiedene „Lektoren“ habe, zumeist Personen, die selbst promoviert sind, aber nicht in meinem Fach. Sie lesen einzelne Teilkapitel nach Kohärenz, was mir sehr hilft um meinen „Tunnelblick“ ein wenig zu verlieren und ggf. einzelne Stellen zu verändern. Zu viel zu verändern, fände ich aber auch nicht sinnvoll.

    Die Betreuerin selbst ist natürlich die Person, die ,auch aufgrund ihrer Erfahrung, sehr genau weiß, wie die „Instuctions for Authors“ (siehe oben) aussehen und daran orientiere ich mich natürlich. Für die Endphase werde ich dann nochmals einen „offiziellen“ Lektor beanspruchen, was auch bedeutet, dass weitere Zeitpuffer für die Überarbeitung eingeplant werden müssen.

    Nach Abgabe der Dissertation muss ich die Arbeit verteidigen, was sicherlich intensiver Vorarbeit bedarf. In unserem Institut wird eine 20 minütige Präsentation verlangt, daran schließt sich eine mündlich Prüfung an. Sicherlich werde ich mir eine hochschulöffentliche Verteidigung anhören

    Nach Abgabe wird die Arbeit in der Regel nochmals ein wenig überarbeitet, um bei einem Verlag veröffentlicht werden zu können. Auch hier werde ich sicher eine ausführliche Betreuung beanspruchen, da ich den Aspekt noch nicht einschätzen kann.

  2. Mein Doktorvater hat mich vor der Abgabe sehr ausführlich und gut betreut. Dabei waren auch „Instructions for Authors“ von Fachjournalen als Richtlinien sehr hilfreich, um die Arbeit in vollendete Form zu bringen.

    Die Abgabe der Dissertation war dann Formsache: Ich habe die Pflichtexemplare gedruckt und gebunden, gegen Quittung mit Unterschrift im Dekanat abgegeben, den Antrag auf Zulassung zur Promotion ausgefüllt und das wars.

    Nach der Begutachtung und Disputation habe ich dann noch eine DVD mit der finalen Version der Arbeit gegen Quittung und mit einer Copyright Erklärung zur Online Veröffentlichung in der Uni Bibliothek abgegeben. Die Promotionsordnung hat eine Online Veröffentlichung vorgesehen.

    Das finde ich auch sinnvoll, weil es Transparenz schafft und die Arbeit für alle Interessierten wirklich zugänglich macht. Da die Arbeit auf deutsch erschien habe ich nach der Dissertation eine englischsprachige Publikation für ein Fachjournal vorbereitet. Und ausserdem: mich natürlich erfolgreich auf die Promotionsprüfung vorbereitet. Die Zeit unmittelbar nach der Abgabe war also auch noch intensiv.

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