Müssen Gewinne aus Differenzkontrakten versteuert werden?

Gewinne aus Differenzkontrakten müssen versteuert werden. In steuerlicher Hinsicht sind es Termingeschäfte, daher fallen sie unter die Abgeltungssteuer wie andere Kapitalerträge auch.  Eine eigenständige CFD Steuer gibt es in Deutschland nicht.​

Höhe und Abführung der Steuer​
​Die Kapitalertragssteuer ist in Deutschland eine Abgeltungssteuer und gleichzeitig eine anonyme Quellensteuer. Das bedeutet: Sie hat immer die gleiche Höhe von 25 Prozent unabhängig von der Höhe des Gewinns, eine Progression wie bei der Einkommenssteuer gibt es nicht. Wenn die 25 Prozent abgegolten sind, wurden die Steuerpflichten erfüllt. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Als anonyme Quellensteuer wird die Kapitalertragssteuer direkt an der Quelle ihrer Entstehung erhoben, ohne dem Steuerbürger namentlich zugeordnet zu werden. Der Broker oder eine die CFDs emittierende Bank führen die Steuer direkt an das Finanzamt ab, wenn diese Unternehmen ihren Sitz in Deutschland haben. Falls es sich um einen ausländischen Anbieter handelt, muss der Trader die Steuer selbst entrichten, indem er seine Tradinggewinne in seiner Einkommenssteuererklärung bei den Kapitalerträgen angibt. Die anonym abgeführte inländische Steuer kann er, muss er aber nicht in seiner Steuererklärung angeben. Das hätte nur Sinn, wenn er Kosten gegenrechnen könnte,
was bei Online-Trading kaum zu erwarten ist. Die Höhe inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer unterliegt einer komplexen Berechnung, weil beide Steuerarten nicht direkt der Kapitalertragssteuer zugerechnet werden. Die Kirchensteuer beispielsweise verringert zunächst die Bemessungsgrundlage, dann beziehen sich der Kirchensteuersatz und der Soli auf die Steuerhöhe, nicht auf die Einkunftshöhe. Sie erhöhen daher nur geringfügig die Steuerlast von 25 % auf die Kapitalerträge. Im Detail beträgt die endgültige Kapitalertragssteuer ​
●26,3750 % ohne Kirchensteuer,
●27,8186 % bei einem Kirchensteuersatz von 8 % und
●27,9951 %  bei einem Kirchensteuersatz von 9 %.

Wer bei einem ausländischen Broker handelt, kann vor der freiwilligen Entrichtung seiner Steuer  einen gewissen Liquiditätsvorteil genießen, doch irgendwann ist die Steuer zu zahlen. Das  Finanzamt kann sich dafür interessieren und fordert dann die Kontoauszüge des Traders an. Da dieser ein inländisches Referenzkonto führen muss, ist eine Verschleierung der Gewinne nicht möglich. Das wäre strafbare Steuerverkürzung beziehungsweise -hinterziehung, Uli Hoeneß musste dafür ins Gefängnis. Seine Steuerschulden entstanden auch beim Trading.​

Freibetrag und Verrechnung von Verlusten​
Es gibt für jeden Steuerbürger einen Freibetrag von 801 Euro, bis dahin bleiben die Gewinne steuerfrei. Dieser Freibetrag kann dem Broker, aber auch jeder anderen Bank gemeldet werden, bei welcher Kapitalerträge zu versteuern sind. Auch ein Splitten des Freibetrages ist möglich. Wenn der Trader beispielsweise ein Festgeldkonto oder ein Sparbuch führt und dort Zinsgewinne realisiert, kann er einen Teil seines Freibetrages für dieses Konto, einen anderen Teil für das Trading nutzen. Verluste sind nur gegen Gewinne aus Termingeschäften des laufenden Jahres gegenzurechnen. Es gibt weder einen Verlustvortrag für Folgejahre noch eine Verrechnung gegen andere Gewinne, auch nicht gegen Gewinne aus Aktiengeschäften. Ein Gewerbetreibender kann also nicht seine CFD-Gewinne gegen Verluste aus seinem Gewerbe verrechnen, auch der umgekehrte Weg ist nicht möglich. Auch der Gewinn aus einem Aktiendepot wird nicht durch einen CFD-Verlust bezüglich der Steuerlast geschmälert. Nur die Gewinne und Verluste verschiedener Termingeschäfte etwa aus CFDs, Binären Optionen, Knock-outs und klassischen Optionen lassen sich für ein Steuerjahr gegeneinander verrechnen.

Hinweis: Dies ist keine steuerliche Beratung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.

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