Lohnt sich ein Geschäftskonto für Freiberufler?

Viele Freiberufler stellen sich die Frage ob sie für geschäftliche Einnahmen und Ausgaben ihr privates Girokonto nutzen oder ein zusätzliches Geschäftskonto eröffnen sollen. Der Gesetzgeber macht diesbezüglich keine Vorgaben. Lediglich bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft ist der Nachweis eines Geschäftskontos vorgeschrieben. Bei einer hohen Zahl von Transaktionen kann jedoch die Bank die Eröffnung eines Firmenkontos verlangen. Da eine spätere Umstellung für erhebliche Mehrkosten sorgt, ist es ratsam, direkt bei Existenzgründung ein Konto für geschäftliche Zwecke einzurichten.

Gründe für ein Firmenkonto

Das wichtigste Argument für ein Geschäftskonto ist die bessere Übersicht. Freiberufler haben ihre privaten und geschäftlichen Finanzen immer im Blick. Zudem reduziert sich auch der Aufwand für die Steuererklärung. Der Steuerberater hat weniger Arbeit, was die Kosten reduziert.

Freiberufler können sich einmal monatlich ihr „Gehalt“ auf das private Girokonto umbuchen. Dadurch besteht nicht die Gefahr in Monaten mit hohen Umsätzen zu viel Geld auszugeben. Läuft es im nächsten Monat plötzlich schlechter, droht eine finanzielle Schieflage. Durch die Trennung zwischen privaten und beruflichen Ausgaben diszipliniert man sich automatisch selbst.

Ist das Geschäftsjahr gut verlaufen können Freiberufler sich zur Belohnung eine zusätzliche Summe auf das Privatkonto überweisen. Mit dem Rest lassen sich berufliche Rücklagen bilden. Diese sollten ausreichen, um mindestens sechs Monate, ohne Einnahmen überstehen zu können. Bei entsprechender Bonität kann für das Firmenkonto ein Dispokredit eingerichtet werden. Damit lassen sich finanzielle Engpässe leichter überbrücken.

Unterschiedliche Modelle bei Geschäftskonten

Ein kostenloses Geschäftskonto wird derzeit nur von sehr wenigen Banken angeboten. Was die Gebühren betrifft, gibt es verschiedene Modelle. Fallen monatliche viele Buchungen an bietet sich ein Konto mit höherer Grundgebühr an, bei welchem eine bestimmte Zahl von Transaktionen bereits enthalten ist. Umgekehrt ist es bei wenig Buchungen zumeist besser, wenn diese einzeln abgerechnet werden. In jedem Fall sollten Freiberufler die Konditionen der Banken genau miteinander vergleichen.

Welche Unterlagen werden für die Eröffnung von einem Geschäftskonto benötigt?

Freiberufler benötigen neben einem Identitätsnachweis in der Regel eine Bescheinigung vom Finanzamt zu ihrem Gewerbestatus. Selbstständige legen eine Kopie ihres Gewerbescheins vor. Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft benötigen unter Umständen noch weitere Meldebescheinigungen. Wer sein Konto bei einer Direktbank eröffnet versendet die erforderlichen Dokumente zumeist per Post. Zur Legitimation wird in den meisten Fällen das Postident Verfahren genutzt.

Wie bei Privatkonten führen die Banken auch bei Firmenkonten eine Abfrage bei der Schufa durch. Verläuft diese negativ wird die Kontoeröffnung unter Umständen abgelehnt. Wer bei der betreffenden Bank bereits ein privates Konto besitzt, hat in einem solchen Fall oftmals die besseren Chancen.

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