Änderung der Besteuerung von Fondsanteilen ab 2018

Da Aktien kaufen für Anfänger ein höheres Risiko beinhaltet greifen viele Privatanleger auf Fondsanteile zurück. Alleine zwischen Januar und September 2016 wurden etwa 70 Milliarden Euro bei Fondsgesellschaften investiert. Insgesamt verwaltet die Fondsbranche ein Vermögen von rund 2,8 Billionen Euro. Anleger müssen sich ab dem 01.01.2018 auf Änderungen bei der Besteuerung einstellen. Künftig möchte sich auch der Fiskus an den Erträgen beteiligen, wie eine im Sommer umgesetzte Reform der Investmentbesteuerung vorsieht.

Welche Änderungen sieht die Reform vor?

Erträge aus deutschen Fonds werden ab dem 01.01.2018 mit 15 Prozent besteuert. Nach den bisherigen Regelungen mussten nur die Gewinne der Anleger, nicht jedoch des Fonds selbst versteuert werden. Die Steuerpflicht umfasst künftig neben Dividenden auch die Gewinne aus Mieteinnahmen und dem Verkauf von Immobilien. Voraussetzung hierfür ist, dass die Erträge in Deutschland erzielt wurden. Wie das Bundesfinanzministerium mitteilte, soll sich die Besteuerung von Investmentfonds durch die neuen Regelungen vereinfachen.

Auswirkungen für Privatanleger

Nach Auskunft des Fondsverbands BVI werden Privatanleger durch die Änderungen nicht stärker belastet. Für die Besteuerung des Fonds sollen sie einen entsprechenden Ausgleich erhalten. So sind Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen wie auch die Ausschüttungen der Fonds ab 2018 teilweise von der Abgeltungssteuer befreit. Für Anleger, deren Erträge den Sparer-Pauschbetrag nicht übersteigen oder die im Besitz einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung sind, ergeben sich Mehrkosten von durchschnittlich drei Euro pro Jahr.

Wie funktioniert der Ausgleich im Detail?

Bei Fonds, die ihr Geld überwiegend in Aktien oder in Immobilien investieren, reduziert sich ab dem 01.01.2018 die Abgeltungssteuer. Wie hoch der Nachlass ausfällt, hängt dabei immer von der Art des Fonds ab. Nach Info des Finanzministeriums sind bei Immobilienfonds künftig 60, bei Aktienfonds 30 und bei Mischfonds 15 Prozent der Erträge steuerfrei. Investieren Immobilienfonds überwiegend in ausländische Immobilien gilt ein Satz von 80 Prozent. Grund hierfür ist, dass die Erträge im Ausland bereits in höherem Maße besteuert wurden.

Wie sieht es mit dem Bestandsschutz für Altanleger aus?

Nach den aktuellen Regelungen können vor 2009 erworbene Fondsanteile steuerfrei verkauft werden. Dieser Bestandsschutz fällt mit Stichtag 01.01.2018 weg. Der Gesetzgeber behandelt diese Anteile so als wären sie zum 31.12.2017 verkauft und zum 01. 2018 wieder gekauft worden. Somit greift der Bestandsschutz nur noch für Wertsteigerungen bis zum Jahresende 2017. Die ab 2018 erzielten Gewinne müssen in vollem Umfang versteuert werden.

Freibetrag von 100.000 Euro

Wie die Stiftung Warentest erklärt bleiben Kleinanleger von den Änderungen weitgehend verschont. Es gilt ein Freibetrag von 100.000 Euro, sodass nur Personen betroffen sind, die bereits ein Vermögen aufgebaut haben. Wer beispielsweise Fondsanteile im Wert von 250.000 Euro besitzt erzielt bei einer 5-prozentigen jährlichen Rendite einen Ertrag von 12.500 Euro. Der geltende Freibetrag wäre somit erst nach Ablauf von acht Jahren aufgebraucht.

Depotbestand jetzt überprüfen

Experten raten von einem übereilten Verkauf von Fondsanteilen ab. Aktienfonds sind für eine gut gemischte Geldanlage von großer Bedeutung. Zudem würden Altanleger bei einem Verkauf auf den Freibetrag verzichten. Bis zum 31.12.2017 sind die Wertsteigerungen der Alt-Anteile noch steuerfrei.

Dennoch ist die Neuregelung ein guter Anlass, um sich von wenig rentablen oder teuren Fonds zu trennen. Einige Anleger haben Fondsanteile aufgrund der Steuerfreiheit im Depot behalten, obwohl diese nur einen geringen Ertrag bringen. Diese Vorgehensweise macht ab dem 01.01.2018 keinen Sinn mehr.

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