Wissenschaftliches Arbeiten seit der Ära zu Guttenberg: Wie vermeide ich ein Plagiat?

Plagiat. Zu meiner Studienzeit habe ich weder gewusst, was dies ist noch gab es Kurse zum wissenschaftlichen Arbeiten, die das Thema angesprochen hätten. Zu meiner Zeit hat man sich irgendwie der Thematik genähert, recherchiert, sich einen Zeitplan aufgestellt. Meistens lief das à la Learning-by-Doing. Am 01. März 2011 habe ich meine Diplomarbeit abgegeben. Das war der Tag, an dem Theodor zu Guttenberg wegen einer Dissertation, die als Plagiat bezeichnet wurde, zurückgetreten. Er war der erste, durch den das Thema Plagiat aufkam. Bei weitem aber nicht der Einzige. Seither gibt es einige ehemalige Doktoranden, denen der Doktortitel aufgrund eines Plagiats aberkannt wurde.

Seiter hat sich an den Hochschulen einiges geändert. Es wurden zum einen Kurse zum Thema wissenschaftliches Arbeiten eingeführt, die den Studierenden erste Unterstützung geben sollen. Ich selbst biete auch derartige Kurse an. Zu Beginn spürt man manchmal die Skepsis bei den Studierenden, die die Relevanz eines solchen Kurses als Pflicht im Studium noch nicht so richtig erkennen können. Bereits nach kurzer Zeit jedoch erkennen sie wie wichtig es ist, diesen Kurs zu besuchen. Sobald sie dann die erste Gliederung und den Zeitplan für ihre Bachelorarbeit aufstellen, sind sie mit Eifer dabei. Die Angst vor der Bachelorarbeit ist verflogen und der Pflichtkurs wird nicht als Zeitverschwendung gesehen. Ich freue mich immer wieder darüber, wenn mir ehemalige Studierende einige Zeit nach dem Kurs im Nachhinein danken. Sie erkennen beim Schreiben der Bachelorarbeit, dass der Kurs Ihnen nun am Ende des Studiums großen Nutzen bringt.

Zurück zum Thema Plagiat. Studien- und Abschlussarbeiten können in der heutigen Zeit mittels einer sog. Plagiatssoftware innerhalb weniger Minuten auf mögliche Plagiate geprüft werden. Bisher hatte ich nur einen Fall, in dem ein Plagiat vorlag. Die Erkennung wäre auch ohne die Software möglich gewesen. Große Inhalte wurden ohne wörtliche Kennzeichnung aus einer nicht angegebenen Quelle verwendet. Der Sprachstil entsprach nicht dem der betroffenen Person, das war zweifelsfrei erkennbar. Studierende sollten sich im Klaren sein, dass bei solchen Feststellungen die Konsequenzen in vielen Fällen schlimmer sind als „nur“ eine fünf zu kassieren. Mal abgesehen davon, dass der Betreuer dies als Vertrauensmissbrauch sieht und zu keiner weiteren Betreuung mehr bereit sein wird.

Um dem unbewussten Plagiieren vorzubeugen, ist das Video von Claus Ebster hilfreich:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=3N89Lp-YweI, abgerufen am 09. März 2016

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