„I erstell a Bilanz für dich…“

Wie werden selbst geschaffene Markennamen wie „Andreas Gabalier“ im Jahresabschluss erfasst?

„…jo wos frogst du mi, willst mit mir buchen gehen…“

Vielen dürfte das Lied „I sing a Liad für di“ von Andreas Gabalier bekannt sein. Die Karriere des Volks-Rock’n-Rollers begann vor sechs Jahren. Mittlerweile ist er vor allem im Deutsch sprachigen Raum bekannt, seine Konzerte sind in der Regel ausverkauft.

Doch was hat das Ganze das nun mit Bilanzierung zu tun? Ganz einfach: Durch den steigenden Bekanntheitsgrad schafft der Volks-Rock’n-Roller die Marke „Andreas Gabalier“. Inzwischen werden auf seinen Konzerten unter anderem „Andreas-Gabalier-Brillen“ und „Andreas-Gabalier-Tücher“ verkauft.

Durch steigende Bekanntheit und ausverkaufte Konzerte entsteht die Marke „Andreas Gabalier“. Das Besondere daran ist die Unverkäuflichkeit: Während die Waschmittelmarke „Persil“ inklusive der entsprechenden Rechte verkauft werden kann, ist die Marke „Andreas Gabalier“ von der Person unzertrennlich.

Das HGB und auch die Rechnungslegung nach IFRS verbieten die Aktivierung von selbst geschaffenen Markennamen. Für entgeltlich erworbene Markennamen besteht hingegen eine Aktivierungspflicht.

Wie im Fall von Andreas Gabalier wird sich der Erfolg einer Marke also nicht im bilanzierten Vermögen befinden. Der Erfolg kann vielmehr aus erwirtschafteten Umsatzerlösen in der Gewinn- und Verlustrechnung abgelesen werden. So müssten bei steigender Popularität die Einkünfte bei Andreas Gabalier gestiegen sein in den vergangenen Jahren.

Der Wert einer Marke kann im Laufe der Zeit nicht nur steigen, sondern auch fallen. Dies wird sich beim selbst geschaffenen Markennamen durch sinkende Umsätze deutlich, bei entgeltlich erworbenen Markennamen ist ggf. eine außerplanmäßige Abschreibung erforderlich, was ebenso zu einer Gewinnminderung führt.

Wer erinnert sich noch an die Backstreet Boys, die Kelly Family oder die Band Tokio Hotel? Es ist auch möglich, dass beispielsweise Justin Bieber, Major Lazer oder Robin Schulz das Gleiche passieren wird: Zeiten ändern sich, die Fans werden ggf. weniger. Damit sinkt auch der Markenwert, ob er nun in der Bilanz aktiviert wurde oder nicht.

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