Rezension: Billig. Billiger. Banane

Wie unsere Supermärkte die Welt verramschen

billig-bananen-zierul-oekomDie Banane. Eine tolle Frucht. Doch ehrlich gesagt habe ich mir vor der Lektüre dieses Buches nicht genaue Gedanken darüber gemacht, welche Hürden und Wege sie zurücklegen muss, um bei mir in der Obstschale zu liegt.

Wer hätte gedacht, dass die Bananen nach Antwerpen verschifft werden und von dort aus in Europa weiter mit LKWs bis zu den Supermärkten gelangen? Die Autorin Sarah Zierul beschreibt kritisch den Weg der Banane: Begonnen bei auf den Plantagen beispielsweise in Costa Rica bis hin zum Transport.

Es ist erschreckend wie viel von der ursprünglichen Produktion erst gar nicht im Supermarkt landet. Die Bananen müssen bestimmte Größenkriterien erfüllen und eine entsprechende Form haben, damit sie überhaupt in die Supermärkte kommen. Solch eine Perfektion ist kurz gesagt: schrecklich. Der Verbraucher wird also nie eine „ungenormte“ Banane kaufen können. Sind denn Aussehen und Mindestgrößen wichtiger als Umwelt und Geschmack?

Allein schon folgende Tatsache zeigt, wie anspruchsvoll und empfindlich die Konsumenten sind: Sobald eine Banane kleine braune Punkte hat, wird sie von einigen Supermärkten vergünstigt als „Restware“ angeboten. Dabei schmecken die Bananen am besten, wenn sie so richtig braun sind. Der Preis dieser Restware ist erschreckend: Für teilweise einen Euro kann man fast eine ganze Fußballmannschaft mit einer Banane versorgen.

Endlich ein Buch, das anhand eines Produktes aufzeigt, welche Auswirkungen die Globalisierung nach sich ziehen kann. Auch wenn insbesondere in Deutschland der Konsum von Bananen sehr hoch ist, wird das Lesen des Buches nicht den Appetit auf Bananen verderben. Bei der Auswahl zwischen verschiedenen Bananen wird der Leser im Supermarkt an das Buch denken.

Beim nächsten Besuch des Obststandes im Supermarkt können Sie wählen zwischen Fair Trade, Bio und den „normalen“ Bananen. Es bleibt in unserer Hand, wie wir entscheiden.

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