Abgabe einer Steuererklärung für Studierende einer Dualen Hochschule – Lohnt sich das?

Über die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten für ein Studium wird seit Jahren immer wieder vor Gerichten gestritten. Während der Staat hohe Steuerausfälle befürchtet, möchten Studierende ihre teilweise hohen Ausgaben steuermindernd geltend machen.
Die entscheidende Frage ist immer: Werbungskosten oder Sonderausgaben? Davon hängt schließlich ab, ob ein eventueller Verlust vorgetragen werden kann oder nicht. Kurzum: Es geht um künftige Steuerzahlungen der späteren Akademiker,
Zu den Ausgaben für das Studium gehören unter anderem Studiengebühren, Fahrtkosten zur Hochschule, Abschreibung des Laptops, Kosten für angeschaffte Fachliteratur etc. Zählen diese Ausgaben als Werbungskosten, kommt es bei geringem oder keinem Einkommen möglicherweise zu negativen Einkünften. Dieser sog. Verlustvortrag wird so lange aufsummiert, bis der Studierende seinen Abschluss in der Tasche hat und das erste Geld verdient. Dann werden die positiven Einkünfte mit dem Verlustvortrag verrechnet und es kommt zu einer Rückzahlung zu viel bezahlter Steuern.
Gesetzlich ist jedoch bisher die Rechtslage gem. § 9 Abs. 6 EStG (Einkommensteuergesetz) so, dass der Fiskus sich nicht an Kosten für das sog. Erststudium beteiligt. Da der Bundesfinanzhof der Ansicht ist, dass der Staat sich an den Kosten für das Erststudium im Rahmen der Anerkennung von Werbungskosten beteiligen muss, liegt der Fall derzeit beim Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vor (Bundesfinanzhof, Beschluss vom 17. Juli 2014, vgl. hierzu ebenso: Az. VI R 8/12, Az. VI R 2/12).
Studierende an Dualen Hochschulen haben gleichzeitig ein Ausbildungsverhältnis mit einem Unternehmen. In Baden-Württemberg erfolgt dies beispielsweise im Drei-Monats-Wechsel: Die Studierenden sind drei Monate im Ausbildungsbetrieb und anschließend drei Monate an der Hochschule. Da die sich in einem Ausbildungsverhältnis befinden, können sie die Kosten wie bei einem Zweitstudium als Werbungskosten geltend machen.
Da Studierende einer Dualen Hochschule eine monatliche Ausbildungsvergütung bekommen, wird dies in den meisten Fällen lediglich zu einer Rückzahlung der bezahlten Lohnsteuer (und ggf. Kirchensteuer) führen. Wenn von der erhaltenen Ausbildungsvergütung die Werbungskosten abgezogen werden, wird bei vielen Studierenden ein positiver Betrag bleiben. Negative Einkünfte können sich jedoch vor allem bei Studierenden ergeben, die monatlich hohe Studiengebühren (500 EUR) bezahlen müssen und dadurch höhere Ausgaben haben als Studierende an staatlichen Hochschulen ohne Studiengebühren.

Fazit: Eine Abgabe der Steuererklärung kann sich lohnen. Schlussendlich muss immer der Einzelfall betrachtet werden. Vor Freude über eine mögliche Steuerersparnis sollte jedoch nicht vergessen werden, dass dem Finanzamt die erforderlichen Belege bereitgestellt werden müssen und die Erstellung Steuererklärung auch etwas Zeit und Geld kostet.

Literaturhinweise:
http://www.finanztip.de/ausbildungskosten/

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