Neuer Streit um die „richtigen“ Bilanzregeln

Seit mehr als zehn Jahren ist die Berichterstattung nach den internationalen Regeln der IFRS unerlässlich. Die internationale Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse der Unternehmen ist insbesondere für Investoren wünschenswert. Für Unternehmen, die beispielsweise an der Börse notiert sind, ist die Aufstellung des Jahresabschlusses nach IFRS verpflichtend.

Das HGB mit der Dominanz des Vorsichtsprinzips (§ 241 Abs. 1 Nr. 4 HGb) schien „out“ zu sein. Folglich wird sehr konservativ bilanziert und ein eventuell zu pessimistisches Bild des Unternehmens dargestellt. Dies kann sowohl positiv (Rückgriff auf Rücklagen in Krisenzeiten) als auch negativ (Verschleierung von Sachverhalten wie im Fall des Baukonzerns Holzmann) sein.

Seit Beginn der Finanzkrise betrachtet Europa die IFRS zunehmend kritisch. Daher ist sie derzeit bemüht, dass IASB in London zu beeinflussen. Einige mittelständische Unternehmen in Deutschland haben bereits öffentlich ihre Forderung nach der Rückkehr zum HGB verkündet. Auch die Annäherung zwischen IFRS und US-GAAP ist derzeit gestoppt worden.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die verschiedenen Systeme entwickeln werden. Nur eines ist sicher: Es bleibt kompliziert.

Quelle: Wirtschaftswoche vom 29. Juli 2013, Seite 38 von Peter Leibfried

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