Steuern rund ums Auto – Einsparmöglichkeiten im Überblick

Anschaffung und Nutzung eines PKW versuchen häufig umfangreiche Aufwendungen. Gleichwohl lässt sich hiervon nur ein kleiner Teil auch steuerlich berücksichtigen. Die wichtigsten Einsparmöglichkeiten im Überblick:

Kfz-Steuer

Nach gesetzlichen Neuregelungen hängt die Höhe der Kfz-Steuer nun vom Hubraum und dem CO2-Ausstoß des Fahrzeugs ab. Zudem werden Diesel-Fahrzeuge höher besteuert, als Benziner. Hier kommen schnell einige hundert Euro Mehrbelastung zusammen. Allgemein gilt: je größer und umweltschädlicher das Fahrzeug, desto höher die Steuer. Übersteigt beispielsweise der CO2-Wert einen bestimmten Grenzwert, fallen pro zusätzlichem Gramm/km zwei Euro zusätzliche Steuer im Jahr an. Bei alten Fahrzeugen können sich daher ökologische Nachrüstungen lohnen.

Pendlerpauschale

Der größte absetzbare Posten ist häufig die Pendlerpauschale. Für den Weg zur Arbeit können 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer einfacher Strecke steuerlich abgezogen werden. Im Allgemeinen gilt ein Höchstbetrag von 4.500 Euro pro Jahr. Bei der pauscha­len Absetzung muss nicht die kürzeste, sondern kann die ver­kehrsgünstigste Strecke gewählt werden. So darf die Fahrstrecke beispielsweise um einen Bahn­übergang herum oder über eine Ortsumgehung geführt werden. Wichtig: wer wissentliche fehlerhafte Angaben über die Entfernung Wohnung – Arbeitsstätte macht, riskiert eine strafrechtliche Verfolgung.

Besonders begünstigt werden übrigens Fahrgemeinschaften. Hier kann grundsätzlich jeder Mitfahrer die Pauschale in Anspruch nehmen. Dies gilt etwa ebenso für Paare, die gemeinsam zur Arbeit fahren.

Versicherung und Unfall

Beträchtliche Aufwendungen verursachen häufig die Versicherungen rund ums Auto. Für Arbeitnehmer sind diese jedoch kaum steuerlich abzugsfähig. Beschränkt geltend gemacht werden können grundsätzlich nur die Haftpflichtversicherung, sowie eine Insassen- oder Reiseunfallversicherung. Nicht abzugsfähig sind hingegen Kasko- oder Verkehrsrechtsschutzversicherung.

Kommt es tatsächlich zu einem Unfall, hängt es von mehreren Faktoren ab, ob die Kosten steuerlich abgesetzt werden können. Werden Schäden durch die eigene oder gegnerische Versicherung ersetzt, können diese Kosten nicht geltend gemacht werden. Tipp: In vielen Fällen kann der Arbeitgeber die Unfallkosten steuerfrei erstatten.

Springt die Versicherung nicht ein, hängt die steuerliche Abzugsfähigkeit davon ab, auf welcher Fahrt sich der Unfall ereignet hat. Handelt es sich um eine berufliche Fahrt (z.B. Dienstreise, Familienheimfahrt bei doppelter Haushaltsführung) können die Unfallkosten voll steuerlich geltend gemacht werden. Hierzu zählen auch etwaige Anwaltskosten oder der Wertverlust des PKW, falls keine Reparatur vorgenommen werden kann. Auch bei einem Unfall auf dem Weg zur Arbeit können die Unfallkosten abgezogen werden, sofern kein privater Umweg genommen wurde, z.B. um die Kinder zur Schule zu bringen.

Unfälle während einer privaten Fahrt können im Ausnahmefall steuerlich berücksichtigt werden. Hier kommt es auf den Anlass der Fahrt an. Berücksichtigt wird z.B. die Fahrt zum Steuerberater oder Scheidungsanwalt.

Dienstwagen

Sehr beliebt ist bei vielen der Dienstwagen. Hier sollte man jedoch genau prüfen, ob sich dies tatsächlich lohnt.  Das Problem: alle Privatfahrten mit dem Dienstfahrzeug müssten versteuert werden. Um die Belastung gering zu halten, sollte der Arbeitnehmer ein Fahrtenbuch führen. Unterläuft ihm hier jedoch ein Fehler, droht die Aberkennung des Fahrtenbuchs. Dann kommt es zu Anwendung der 1 %-Regelung, wonach monatlich 1 % des Bruttolistenpreises als fiktives Gehalt angerechnet wird. Prinzipiell gilt: Je preisgünstiger der Dienstwagen und je weniger private Fahrten, desto niedriger die Steuerbelastung für den Arbeitnehmer – und desto lohnender das Dienstfahrzeug.

Kauf oder Leasing?

Der Erwerb eines Fahrzeugs kann von Arbeitnehmern steuerlich nicht geltend gemacht werden. Etwas anderes gilt für Gewerbetreibende und Freiberufler. Diese können einen Betriebs-PKW jedenfalls dann steuerlich absetzen, wenn sie noch über ein privates Fahrzeug verfügen. Dabei können sowohl Kaufpreis, als auch Leasingraten steuerlich geltend gemacht werden. Letzteres kann steuerlich vorteilhaft sein, abhängig von Kaufpreis, Leasingrate und Nutzungsdauer des PKW.

Für Rückfragen wenden Sie sich gern an WDTreu@t-online.de

Comments

  1. So war es gemeint. Guter Hinweis!

  2. Der Satz „Diese können einen Betriebs-PKW steuerlich absetzen, sofern sie noch über ein privates Fahrzeug verfügen.“ ist falsch. Die Qualifikation eines PKW hängt nicht davon ab, ob man einen weiteren PKW im PV hat. Gemeint ist wohl, dass auf eine Ermittlung des privaten Nutzungsanteils ggf verzichtet werden kann, wenn der PKW des BV rein beruflich genutzt wird und dies glaubhaft ist (vorhandener gleichwertiger PKW).

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