Rezension: Steuererklärung 2012/2013 (Stiftung Warentest)

Mit den Ausgaben für den aktuellen Veranlagungszeitraum setzt die Stiftung Warentest die Reihe „Steuererklärung“ fort. In drei Werken des Autors Hans W. Fröhlich findet sich allerlei Wissenswertes für  für Arbeitnehmer und Beamte, für Rentner und Pensionäre, sowie für Selbstständige und Existenzgründer.

Ein inhaltlicher Überblick zu den Ratgebern findet sich hier.Arbeitnehmer Die Werke für Arbeitnehmer und Selbständige schlagen mit je 16,90 €, das Werk für Rentner schlägt mit 14,90 € zu Buche. Die Marke Stiftung Warentest verspricht zunächst einiges an Qualität bei einem Ratgeber. Und tatsächlich findet sich neben viel Licht hier nur wenig Schatten.

Formales

Erfreulich ist zunächst das Format: handlich und dennoch gut lesbar. Vor allem der Innenrand wurde hinreichend umfangreich bemessen. Mit ca. 275 (bzw. 210) Seiten wurde eine angenehme Balance zwischen Überblick und Detail getroffen.

Unerklärlich ist, warum auf den Blocksatz verzichtet wurde. Aufgrund der vielen kurzen Absätze ist der Lesefluss doch etwas beeinträchtigt. Gänzlich überflüssig sind hingegen die vollkommen inhaltsleeren Abbildungen. Nicht immer fällt es leicht, eine gedankliche Verbindung vom Text zu abgebildeten Menschen, Tieren, Blumen, aber auch Tackern, Zirkeln oder Bahnhöfen zu finden. Die eine oder andere schematische Übersicht – die in Gänze fehlen – hätte einen deutlich höheren Mehrwert geliefert.Rentner

Das Stichwortverzeichnis ist vom Umfang eher knapp. Bei bis zu fünf Fundstellen verweisen hätte sich zudem eine Markierung des Haupttreffers angeboten.

Sprachliches

Der Verfasser legt großen Wert auf eine hohe Verständlichkeit, was man dem Werk durchgängig anmerkt. Der Leser wird unmittelbar am Anfang abgeholt und fast schon fürsorglich begleitet. Das führt jedoch dazu, dass die Ratgeber wirklich nur für absolute steuerliche wie juristische Laien geeignet sind. Diese werden sich jedoch bestens aufgehoben fühlen.

Inhaltliches

Neben den steuerlichen Grundlagen werden auch viele nützliche Tipps am Rande vermittelt. Die Erklärungen sind für das Jahr 2012 aktuell. Teilweise war man schon etwas zu vorausschauen, wenn man z.B. einen Ausblick auf die vermeintliche Rechtslage nach dem (nun gescheiterten) JStG 2013 gewagt hat.Unternehmer

Auch einige komplexere Probleme werden verständlich dargestellt, wie beispielsweise der Unterschied zwischen Durchschnitts- und Grenzsteuersatz – etwas, dessen Verständnis selbst angehenden Steuerprofis häufig noch Probleme bereitet.

Regelmäßig gibt der Autor bei schwierigeren Fragen den Hinweis, im Zweifel lieber einen steuerlichen Berater hinzuzuziehen.  Über die angesprochenen Fälle hinaus ist dies ohnehin grundsätzlich zu empfehlen. Ein solcher Ratgeber sollte vorwiegend für eine bessere Kommunikation mit dem Steuerberater genutzt werden. Die vorliegenden Werke  zielen jedoch eher auf das selbständige Ausfüllen der Steuererklärung ab.

Ärgerlich ist, dass die Neuerungen für das Jahr 2012 nicht gesondert deutlich gemacht wurden. Entsprechend sind die Werke nur bedingt für einen fortgesetzten Kauf zu empfehlen.

Fazit

Wer sich bislang noch nicht mit Steuern beschäftigt hat, macht mit dem für sich einschlägigen Ratgeber aus der Reihe nichts falsch. Soll die eigene Steuererklärung selbst ausgefüllt werden, findet sich hier zudem ein hilfreiches Nachschlagewerk.

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